roman's blog …

… zu Corporate Social Responsibility, Nachhaltiger Entwicklung und Neuen Medien!

Wieder ein neuer Vortrag zu CSR

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Das wird wahrscheinlich schon ein wenig langweilig für die geschätzte Leserin bzw. den geschätzten Leser meines Blogs.

Trotzdem hier nochmal ein Verweis auf die neuen, wie ich glaube recht gelungenen, Folien, die ich diesmal im CSR-Blog online gestellt habe. Gehalten habe ich den Vortrag am 28. Jänner 2010 als Eröffnung des Lehrgangs “Integriertes CSR-Management”. Titel dieses Mal “Globale Herausforderungen und die Rolle der Unternehmen”.

PS: Herzlichen Danke an dieser Stelle an Reinhard Herok. Ihm habe ich einige neue Ideen (inhaltlich und gestalterisch) in diesem Foliensatz zu verdanken.

Written by Roman

January 31st, 2010 at 8:10 pm

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No Future Marktwirtschaft?

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Im Gegenteil, allerdings ist eine Neuinterpretation gefragt! Denn die aktive Mitwirkung der Wirtschaft ist unbedingt erforderlich, sollen die anstehenden globalen Herausforderungen überwunden werden. *

Wagt man einen kurzen Rückblick in das Jahr 2009 so bleibt man doch einigermaßen frustriert zurück: die globale Wirtschaft strauchelte, Herausforderungen wie Armut, Nahrungsmittelknappheit und sauberes Trinkwasser harren weiterhin einer Lösung und der Klimawandel kann weiter fortschreiten – die Konferenz von Kopenhagen hat nur ein halbherziges Abkommen hervorbringen können. Die Alleinschuld für diese Miseren im Kapitalismus zu suchen greift zu kurz. Wohl eher ist es eine Kombination aus mangelnder gesellschaftlicher Solidarität bei gleichzeitigem Fehlen von politischem Mut und Weitblick, sowie – das soll nicht unterschlagen werden – ungezügelten, auf kurzfristigen Gewinnen ausgerichteten Märkten.

Doch gerade die oben genannten globalen Herausforderungen erfordern es , dass alle Akteure – Politik, Zivilgesellschaft, Unternehmen und auch jeder Einzelne – gemeinsam an Lösungen arbeiten. Für Unternehmen bedeutet es, dass vielfach neue Wege beschritten werden müssen. „Business as usual is not an option“, betonte Björn Stigson, Präsident des World Business Council for Sustainable Development im Oktober 2009 vor über 50 CEOs der weltweit größten Unternehmen. Auf globaler Ebene wie auch in Österreich erkennen EigentümerInnen und ManagerInnen, dass die Themen Verantwortung und Ethik wichtiger sind denn je. Nachhaltigkeit und Corporate Social Responsibility (CSR) müssen gerade jetzt zentrale Begriffe der Unternehmensausrichtung sein.

Erfolg mit Verantwortung

Großbetriebe und multinationale Konzerne haben CSR als Mittel gegen den grassierenden Vertrauensverlust aufgegriffen und inzwischen auch als Innovationstreiber für sich entdeckt. Unternehmen setzen auch in diesem Bereich auf Professionalisierung und legen bei der Umsetzung sozialer und ökologischer Initiativen immer mehr dieselben Maßstäbe an, wie in ihrem unternehmerischen Handeln. Und auch Klein- und Mittelunternehmen haben Chancen und Nutzen von strategischer CSR entdeckt. Diese sind traditionell stark in regionale Strukturen eingebunden, wodurch fairer Umgang mit GeschäftspartnerInnen und MitarbeiterInnen sowie das Engagement in der lokalen Gemeinschaft eine notwendige Voraussetzung für unternehmerischen Erfolg sind.

Auf dem Weg, CSR dauerhaft und strategisch in noch mehr heimischen Unternehmen zu verankern, wurde in Österreich im Jahr 2009 ein weiterer gesetzt. Über 80 Unternehmen erarbeiteten im Dialog mit VertreterInnen von Politik, Nicht-Regierungsorganisationen und Wissenschaft das neue CSR-Leitbild der österreichischen Wirtschaft: „Erfolg mit Verantwortung – Ein Leitbild für zukunftsfähiges Wirtschaften“. Das Leitbild richtet sich an alle österreichischen Unternehmen und bietet ihnen einen Katalog von Zielen für verantwortungsvolles Wirtschaften. Unternehmen können das Leitbild für sich übernehmen und es zur schrittweisen Umsetzung ebenso nutzen wie für die systematische Dokumentation ihres Engagements.

Geschäft und Gesellschaft

Auch in der aktuellen Management-Lehre finden geänderte Rahmenbedingungen für Unternehmen ihren Niederschlag. So ist der Strategie-Guru der Betriebswirtschaftslehre, Michael E. Porter, der Ansicht Unternehmen müssen „Geschäft und Gesellschaft“ verbinden, um damit für beide Seiten „shared value“, einen gesellschaftlichen Mehrwert, zu erzielen. Sein Kollege, Wirtschaftsvordenker C.K. Prahalad geht sogar so weit, dass er in Zukunft nur mehr für Unternehmen Chancen sieht, die auch soziale und ökologische Kriterien in ihr Geschäftsfeld integrieren und so aus dem Konzept der Nachhaltigen Entwicklung einen – für den langfristigen Erfolg – entscheidenden Wettbewerbsvorteil generieren.

In Zukunft werden nur mehr jene Betriebe erfolgreich sein, die sich als Teil der Lösung der oben genannten globalen Herausforderungen verstehen – und auch wirtschaftliche Konzepte dafür anbieten können. Eine „neu interpretierte“ Marktwirtschaft wird Solidarität und generationenübergreifende Verantwortung als zentrale Werte enthalten müssen. Dafür liegt eine Vielzahl an Konzepten auf dem Tisch. Jetzt ist es an der Zeit, dass alle gesellschaftlichen Akteure deren Umsetzung einfordern und daran konstruktiv mitarbeiten.

* Dieser Blog-Eintrag ist unter dem Titel “Umsetzung einfordern” in der Serie “Guter Kapitalismus?” am 24.12.2009 als Teil 14 in der Zeitung Der Standard erschienen.

Written by Roman

January 7th, 2010 at 10:52 am

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Beispiele, Beispiele und nochmal Beispiele

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Unternehmensbeispiele um genau zu sein. Und wofür? Für Corporate Social Responsibility (CSR) natürlich. Das ganze eingebettet in meine neuen Folien zu dem Leitbild “Erfolg mit Verantwortung”, welches im September 2009 präsentiert wurde.

Und erstmals gibt es auch ein Handout, dass unsere derzeitige Praktikantin Sonja Höglinger mit mir erstellt hat. Gehalten habe ich den Vortrag am 4. Dezember 2010 übrigens bei einer Fachkonferenz der Wiener Volkshochschulen bei der neben mir noch Sylvia Brenzel von plenum sowie Reinhard Herok von der Firma Gugler das Thema CSR dem Publikum vorgestellt haben.

Aber jetzt zur Sache!

Begriffs- und Standortbestimmung

Der Begriff „Nachhaltige Entwicklung“ wurde erstmals im Zukunftsbericht „Our Common Future“, auch Brundtland-Bericht genannt, definiert: „Dauerhafte Entwicklung ist Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können.“ Um langfristige Existenz zu sichern, müssen dabei die drei Dimensionen der Nachhaltigkeit Soziales – Ökologie – Ökonomie gleichwertig berücksichtigt werden.

Unternehmen beeinflussen mit ihrer wirtschaftlichen Tätigkeit auf vielfältige Weise das Leben der Menschen und die Umwelt. Corporate Social Responsibility (CSR) ist ein Tool für Unternehmen, um Verantwortung zu übernehmen und einen Beitrag zur Nachhaltigen Entwicklung zu leisten. Der Begriff steht für eine unternehmerische Praxis, die soziale Gerechtigkeit und ökologische Verantwortung mit ökonomischen Zielen verbindet. Dabei ist CSR Bestandteil des Kerngeschäfts und wirkt sich auf alle unternehmerischen Entscheidungen und Unternehmensbereiche aus. Corporate Social Responsibility muss regelmäßig in Form eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses evaluiert werden.

Warum CSR?

Gesellschaftliche Herausforderungen

Unternehmen nutzen CSR, um sich globalen Herausforderungen zu stellen. Zu diesen gehören beispielsweise:

  • der Klimawandel, ausgelöst durch steigende Emissionen und der damit verbundene Temperaturanstieg
  • Armut aufgrund von Bevölkerungswachstum bei gleichzeitiger Ressourcenknappheit
  • Vertrauensverlust der Bevölkerung in die Wirtschaft durch die Finanz- und Wirtschaftskrise

Defensive Motive

Auch Druck von den einzelnen Interessensgruppen ist für Unternehmen ein Grund, CSR für sich zu entdecken. Auch wenn das Unternehmen die Kritik an Produkten oder Geschäftsfeldern nicht unmittelbar selbst verschuldet hat, muss es darauf reagieren. Beispiele für solche Antriebsfaktoren sind:

  • Druck durch Non Governmental Organisations (NGOs)
  • Normierung und Regulierung einzelner Produkte oder ganzer Geschäftszweige
  • Druck aus der Wertschöpfungskette (Supply Chain), z.B. spezielle Anforderungen von Kunden

Unternehmensgestaltung bzw. intrinsische Motive

Unternehmen nutzen das Werkzeug CSR aber auch proaktiv zur Gestaltung des eigenen Geschäftsfelds. Beispiele für den Einsatz von CSR zur Unternehmensgestaltung:

  • Risikominimierung durch transparente Wertschöpfungsketten
  • Reputation und damit gesteigertes Vertrauen der KonsumentInnen in das Unternehmen
  • Innovation durch neue Impulse

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Welche Bereiche beinhaltet CSR?

Im Jahr 2009 wurde das neue CSR-Leitbild Erfolg mit Verantwortung – Ein Leitbild für zukunftsfähiges Wirtschaften präsentiert. In einem fast eineinhalb Jahre dauernden Prozess wurde es unter Einbezug von UnternehmensvertreterInnen, NGOs, KonsumentInnen und weiteren Interessensgruppen erstellt. Das Leitbild identifiziert fünf Handlungsfelder für Unternehmen, die ihre Verantwortung aktiv wahrnehmen wollen.

Handlungsfeld 1 Führung und Gestaltung

Um Veränderungen zu bewirken, müssen Führungspersonen aktiv sein und ihre Vorbildrolle einnehmen, denn Führungskräfte und EigentümerInnen prägen die Kultur ihres Unternehmens.

gugler cross media (www.gugler.at) „Nachhaltige Medien“: Das Familienunternehmen lebt die persönlichen Werte der FirmengründerInnen und hat so einen Betrieb geschaffen, der ökonomisch, umweltbewusst und sozialverträglich wirtschaftet.

Zotter Schokoladen Manufaktur (www.zotter.at) „Faire Schokolade“: Der Firmengründer Josef Zotter produziert mit seinem Team einzigartige handgeschöpfte Schokoladen, hergestellt aus biologischen und fair gehandelten Rohstoffen.

Handlungsfeld 2 Markt

Unternehmen sind auf einer Vielzahl von Märkten aktiv, kaufen und verkaufen im In- und Ausland und nutzen Kapitalmärkte. Sie ernten Vertrauen und stärken das Ansehen der Wirtschaft, wenn sie Verantwortung für ihre Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsbeziehungen übernehmen.

Göttin des Glücks (www.goettindesgluecks.at) „Faire Kleidung“: Das erste ökofaire Modelabel Österreichs verarbeitet nur fair gehandelte Bio-Baumwolle.

Frauscher Bootswerft (www.frauscherboats.com) „Hybrid-Motoryacht“: Geräuschlos und emissionsfrei setzt Frauschers Hybrid-Motoryacht neue Maßstäbe für die Bootsfahrt.

Handlungsfeld 3 MitarbeiterInnen

Wer die „besten Köpfe“ in seinem Unternehmen möchte, muss einiges bieten: faire Entlohnung, regelmäßige Aus- und Weiterbildung, aber auch eine gute Work-Life-Balance und Diversität sind entscheidende Erfolgsfaktoren.

Deakon Degen (www.deakon.at) „Mitarbeiterprogramm Fit zum Erfolg“: Mit gemeinsamen Training, kostenloser mobiler Massage, Ernährungsmaßnahmen und sportwissenschaftlicher Beratung schafft Deakon Degen als KMU ein Wohlfühlklima am Arbeitsplatz.

Veitsch-Radex (www.rhi-ag.com) „Zukunftsfähige Lehrlingsausbildung“: Veitsch-Radex spornt seine Lehrlinge mit Prämien, Kurwochen und Weiterbildungen zu besten Leistungen an.

Handlungsfeld 4 Umwelt

Die natürliche Lebensgrundlage aller Menschen kann nur erhalten bleiben, wenn auch Unternehmen ihre Verantwortung wahrnehmen und schädliche Folgen und Risiken ihres Handelns minimieren und Ressourcen effizient einsetzen.

Malerei Herbsthofer (www.herbsthofer.com) „Ökologische Farben“: Als KMU leistet Herbsthofer durch Verwendung von Biomasse und Ökostrom, Pflanzenöl als Treibstoff und der Verwendung von ökologischen Produkten einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz.

Eine Welt Handel (www.eine-welt-handel.com) „Ökologische Lagerhalle“: Neben fairem Handel ist für die Eine Welt Handel AG auch Umweltschutz ein Thema: als erstes eco²building in Europa spart die neue Lagerhalle des Logistikzentrums 90% der Heizkosten ein und verfügt sogar über einen eigenen Bahnanschluss.

Handlungsfeld 5 Gesellschaft

Als „Good Corporate Citizens“ tragen verantwortungsvolle Unternehmen dazu bei die Gesellschaft nachhaltig zu entwickeln. Menschenrechte zu achten gehört genauso dazu wie sich fair zu verhalten. Beispiele:

Die Zweite Sparkasse (www.diezweitesparkasse.at) „Konten für alle“: Die Zweite Sparkasse bietet Menschen in Notsituationen ein Haben-Konto ohne Überziehungsmöglichkeit an und kooperiert dabei eng mit Wohlfahrts- und Beratungsorganisationen, um den Betroffenen ein Leben ohne Schulden zu ermöglichen.

Microsoft Österreich (www.microsoft.com/Austria) „Kinderbuch zur Sensibilisierung für die Gefahren sozialer Netzwerke“: Um schon den ganz Kleinen die Gefahren der Weitergabe persönlicher Daten und sozialer Netzwerke bewusst zu machen, kreierte Microsoft ein kindgerecht verfasstes Buch.

Ausgewählte Erfolgsfaktoren für CSR

  • CSR darf kein einmaliges Projekt bleiben, sondern muss in die Strategie des Unternehmens aufgenommen werden, um sich laufend weiterzuentwickeln.
  • Nur wenn CSR im Kerngeschäft verankert ist, kann es einen Wandel bewirken.
  • Wichtig ist, einen ständigen und transparenten Dialog gemeinsam mit allen Interessensgruppen (Stakeholdern) zu führen.

Und zum Abschluss noch ein paar Literaturempfehlungen:

  • Erfolg mit Verantwortung – Ein Leitbild für zukunftsfähiges Wirtschaften
    Eine Druckversion des Leitbilds erhalten Sie unter office@respact.at, Sie finden das gesamte Leitbild aber auch online unter www.respact.at/csrleitbild.
  • Erfolg und Verantwortung – Die strategische Kraft von Corporate Social Responsibility
    Christian Friesl, facultas Verlag
  • CSR Jahrbuch für unternehmerische Verantwortung 2010
    Michael Fembek, KGV Verlag

Written by Roman

December 17th, 2009 at 1:19 pm

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Die Karenz ist vorbei: ein Rückblick!

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Heute, am 1. September 2009, ist meine Karenz zu Ende gegangen. Zeit für einen kurzen Rückblick und ein Stimmungsbild zum Wiedereinstieg. Diesen habe ich dieses Mal nicht hier, sondern im CSR-Blog veröffentlich (auch deshalb, weil er auszugsweise auf diesem Artikel beruht).

Für alle die jetzt noch hier weiterlesen und sich fragen, was den jetzt mit diesem Blog passiert (mit dem ja während der Karenz, für die er ja geschaffen wurde, reichlich wenig passiert ist) habe ich keine Antwort. Ich überlege noch, wälze Ideen, und frage mich, ob ich überhaupt jemals mein persönliche Haupt-Hindernis zu bloggen – dass ich die Zeit nicht habe, finde, oder sie mir nehme – überwinden kann.

Bis ich also mit mir selbst und diesem Blog im reinen bin kann es noch eine Weile dauern. bei Interesse ist es aber leicht mir einstweilen – in mundgerechten Stücken – auf Twitter zu folgen.

PS: Nochmal die Erinnerung – hier ist der im Titel erwähnte Karenz-Rückblick.

Written by Roman

September 1st, 2009 at 9:16 pm

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Die Zeit rennt mir davon

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So, das hat jetzt aber gedauert bis zum nächsten Blog-Eintrag. Schuld daran ist die Kombination aus mangelnder Zeit und dem Anspruch nicht nur kurze Einträge zu Verfassen (dazu nutze ich ja inzwischen sehr regelmäßig Twitter).  So reift jeder Eintrag etwas ausführlicher in meinem Kopf (und meinen Notizen) bis ich diesen endlich online stelle. 

Und so ist es naheliegend, dass ich mich diesmal meinem Zeitmanagament in der Karenz widme. Die Rahmenbedingungen sind wie folgt: Derzeit arbeite ich 30 Stunden, im Juni 20 und im Sommer bin ich voll in Karenz. Die aktuelle Planung sieht vor, dass ich meinen Sohn drei Mal pro Woche in die Krippe bringe und zwei Mal (Dienstag und Donnerstags) die Nachmittagsgestaltung übernehme.

So weit die Theorie. Allen Eltern erzähle ich hier sicher nichts neues, wenn ich zugebe, dass es diese ideale Woche noch nicht gegeben hat. Die zwei Wochenpläne meiner Frau (arbeitet derzeit 25 Stunden) und mir zu koordinieren und die nicht planbaren Einfälle unseres Sohnes stellen jeden Sonntag wieder eine Herausforderung dar. Da hilft der familiär synchronisierte Google Kalender sowie dessen Ausdruck am Küchenkasten wenig.

Die Situation stellt auch große Anforderungen an die Flexibilität des Arbeitgebers (siehe auch meinen älteren Artikel “Mein Weg in die Karenz”) und die Gestaltung der Arbeitsprozesse. In meinem konkreten Fall geht es dabei vor allem um die internen Prozesse und die Zusammenarbeit mit dem Team, da die Kontakte mit dem Vorstand zwar regelmäßig, aber überschaubar sind. Und gerade vom Team gab es nach den ersten Monaten Karenz gleich die Beschwerde, dass ich “zu wenig für sie da bin”.

Als ersten Schritt dem entgegen zu wirken versuche ich jetzt interne Termine immer wieder einmal in der Priorität vor externe zu reihen. Dies ist auch eine eher grundsätzliche Erkenntnis, die ich für nach der Karenz mitnehmen werde. Gerade in einem sehr stark fremdbestimmten Job mit vielen sozialen Kontakten (sagen wir Mal Networking dazu) läuft man Gefahr, interne Beziehungen in der Organisation (bzw. im konkreten Fall die Kontakte mit den MitarbeiterInnen) zu vernachlässigen. Das ist wohl der Anfang von Problemen bei der internen Kommunikation. Und nicht umsonst gibt es eine Unmenge an Büchern die sich diesem Thema widmet.

Der andere Aspekt ist der (effiziente und doch flexible) Einsatz der weniger werdenden Arbeitszeit. Oder eben auch jener Freizeit, in der man einen Blog wie diesen betreiben kann. Über meine Strategien dazu, werde ich in meinem nächsten Eintrag schreiben.

PS: Dieser Artikel ist übrigens eine Ausnahme meiner in der Einleitung zitierten Anspruchs: Er wurde einfach ‘mal bei einer Zugfahrt schnell runter getippt. Damit endlich wieder einmal ein Eintrag online steht.

Written by Roman

May 12th, 2009 at 2:39 pm

Za wos brauch ma des?

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Ein Blog-Handout zu meinem Vortrag am 16. April 2009 bei der plenum Akademie in Blumau. Beim Lehrgang “Zukunftsfähiges Wirtschaften -Integriertes CSR-Management” darf ich jetzt seit einiger Zeit die Eröffnungsworte sprechen und einen kurzen Impuls geben.

Gegliedert habe ich meine Präsentation dieses Mal in 6 (kurze) Teile: Standortbestimmung, CSR in der Wirtschaftskrise, Verschiedene unternehmerische Zugänge zu CSR, Nutzen der Umsetzung und Implementierung, drei ausgewählte Erfolgsfaktoren und einige Beispiele. Aufgrund der Kürze der Zeit, hab’ ich mir jedes Mal exemplarisch ein paar Highlights aus jedem Themenfeld herausgepickt.

Als erstes die Präsentation:

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Und Jetzt das Blog-Handout zu den Punkten im einzelnen.

Standortbestimmung: Ein kurzer Abriss meines “CSR-Weltbilds”.

Unternehmen sind Teil der Gesellschaft und müssen somit einen Beitrag zum Erreichen der – inzwischen glaube ich breit akzeptierten – Vision der Nachhaltigen Entwicklung leisten. Unterm Strich heißt das, Sie sollten sich auch Ihrer sozialen und ökologischen (zusätzlich zur ökonomischen) Verantwortung bewusst sein und dürfen diese in ihrem Geschäft nicht vernachlässigen. Corporate Social Responsibility (CSR) soll dabei als Tool verstanden werden, dass es Unternehmen – in der Regel gewöhnt an Managementsysteme – ermöglicht, diese Themen in das Tages- und Kerngeschäft zu integrieren. Wie kann dass beispielsweise aussehen? Nach Integration in Vision und Mission des Unternehmens (in vielen Fällen in der einen oder anderen Form schon vorhanden) folgt die Integration in Zielvereinbarungen der MitarbeiterInnen, so dass diese zusätzlich zu ökonomischen und persönlichen Zielen auch soziale (z.B. Volunteering in Sozialorganisationen) und ökologische (z.B. Strom sparen in der Abteilung) Ziele erhalten.

In Österreich führte die Diskussion um das Thema CSR, gewöhnlich auf Deutsch als “Gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen” bezeichnet im Jahr 2003 zur Veröffentlichung des CSR-Leitbilds der Wirtschaft “Erfolgreich Wirtschaften. Verantwortungsvoll handeln.” welches derzeit im Rahmen des Zukunftsdialogs erneuert wird und im Herbst neu erscheinen wird. Auf institutioneller Ebene führte die Diskussion im Jahr 2007 zur Zusammenführung der Initiative CSR-Austria und des Austrian Business Council for Sustainable Development (in Österreich aktiv seit 1997) zur Unternehmensplattform respACT (steht übrigens für responsible action).

Alles neu macht die Krise?

Aus CSR-Sicht, eigentlich nein. Sie verstärkt nur einen der wichtigsten Gründe, aus denen Unternehmen sich mit diesem Thema beschäftigen: Vertrauen des Marktes. Für Unternehmen ist Vertrauen – von MitarbeiterInnen, Geschäftspartnern, Shareholdern und Stakeholdern – von hoher Bedeutung. Die Krise hat einen (weiteren) Vertrauensverlust bewirkt (siehe auch den Beitrag zum Edelmann Trust Barometer). Diesem gilt es durch engagiertes Vorgehen in ökonomischen, ökologischen und sozialen Fragen – die jetzt noch mehr unter den Nägeln brennen – zu begegnen. Die Erfahrung der letzten Monate zeigt auch, dass viele Unternehmen gerade jetzt damit beginnen, sich intensiver und strategischer mit CSR zu beschäftigen.

Zugänge zu CSR

Ohne zu stark verallgemeinern zu wollen, können drei Zugänge zum Thema beobachtet werden:

  • Ein Aufgreifen des Themas aus einer defensiven Position heraus, das heißt nach einer Kritik durch NGOs, durch ein Problem mit einem Geschäftsfeld oder Produkt oder aber durch einen Vertrauensverlust, der nicht einmal selbst verursacht sein muss, jedoch vielfach ganze Branchen wie derzeit die Wirtschaft als ganzes betrifft.
  • Gesellschaftliche Motive, in der Regel Probleme wie Ungerechtigkeiten, Vernachlässigungen, Versäumnisse oder ähnliches, führen ebenfalls oft zu einem Engagement der Wirtschaft, welche dann eine Lösung anstrebt oder sich als Partner zur Verfügung steht. Dieser Bereich wird teilweise auch mit dem Begriff Corporate Citizenship -  das Unternehmen als Bürger in der Gesellschaft – abgegrenzt.
  • Wettbewerbsmotive sollen dem Unternehmen Vorteile am Markt durch soziales und ökologisches Engagement verschaffen. Hierbei handelt es sich oft um neue Produkt- und Dienstleistungsinnovationen, die aufgrund von sich verändernden Rahmenbedingungen (z.B. Klimawandel) dem Unternehmen einen Vorteil in einem Sektor verschaffen sollen. Oder aber eine klare Positionierung für ein Kundensegment (z.B. LOHAS) als verantwortungsvolles Unternehmen, damit die Konsumentenentscheidung zugunsten des eigenen Produkts fällt.

Nutzen von CSR

Ich hab’ mich dieses Mal für eine Darstellung nach Wirkungen im Unternehmen entschieden, soll heißen: auf welche Bereiche des Unternehmens hat CSR positive Auswirkungen. Differenziert ist das ganze nach Kultur-, Finanz- und Strategiewirkungen. Da das meine einzigen verbliebenen Folien mit Bullet-Points sind, spare ich mir hier an dieser Stelle weitere textliche Ausführungen.

3 ausgewählte Erfolgsfaktoren

Ganz ohne Details da selbsterklärend (und schließlich möchte ich ja, dass auch noch jemand zu meinen Vorträgen kommt):

  • CSR als Strategie und Prozess verstehen
  • CSR in das Kerngeschäft integrieren
  • Kommunikation und Dialog offen gestalten

Und noch ein Bonus: CSR und Nachhaltigkeit muss Chefsache im Unternehmen sein und Eingang in Vision und Mission finden.

Beispiele für vorbildliche CSR

Ich bringe gerne immer gute und viele Unternehmensbeispiele. Das illustriert das Potential von CSR meiner Meinung nach am deutlichsten. Die in dieser Präsentation enthaltenen Beispiele lassen sich alle über die TRIGOS Webseite, die respACT Praxisbeispieldatenbank oder die Unternehmensseite selbst nachrecherchieren.

Jetzt nochmal der Link zu Slideshare, falls die oben eingebettete Präsentation nicht funktioniert.

Ich hoffe das gab einen kleinen Überblick (bzw. Rückblick für alle die dabei gewesen sind). Die Präsentation ist übrigens inspiriert von Garr Reynolds Buch & Blog “Presentation Zen”: Das Buch hat vergangenes Jahr dazu geführt, dass ich meinen Vortrag von Grund auf neu gestaltet habe – bisher mit durchwegs positivem Feedback. Allen die viel präsentieren (müssen) sei das Buch deshalb hier noch einmal wärmstens ans Herz gelegt.

Written by Roman

April 17th, 2009 at 5:45 pm

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Mein Weg in die Karenz

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Die Gespräche der letzten vier Wochen zeigen mir, dass das Interesse an meiner Karenz – den der Ausgangssituation, den Rahmenbedingungen und der Umsetzung – enorm ist. Ich möchte meinen Weg dorthin in diesem Blog-Eintrag kurz darstellen.

Am Anfang stand mein persönlicher Entschluss! Wann dieser gefallen ist, kann ich nicht mehr nachvollziehen. Irgendwie fühlt es sich so an, als ob “dieser immer schon da war”. Gründe die (aus familiärer Sicht) dafür sprechen, gibt es ja natürlich auch einige. Im möchte ich mich in diesem Artikel auf die geschäftlichen Schritte und Rahmenbedingungen beschränken und die privaten ausklammern. Der Verein respACT hat derzeit inklusive mir fünf angestellte MitarbeiterInnen und beschäftigt laufend zwei PraktikantInnen. Ich bin seit fünfeinhalb Jahren als Geschäftsführer dabei. Soweit die Ausgangssituation.

Überzeugungsarbeit leisten

Am Anfang galt es, meinen Vorstand von dem Vorhaben zu überzeugen. Zeitgerecht, nämlich Anfang 2008, ungefähr ein Jahr vor meinem geplanten Antritt der Karenz, hab ich damit begonnen. Mein Vorschlag war fast exakt jener, den wir jetzt umsetzen: eine schrittweise Stundenreduktion bis zur Vollzeit. Sehr konkret an den von mir gewünschten Zeitraum angepasst, von einigen begleitenden Maßnahmen flankiert und abgestimmt auf unsere Jahresplanung. Damit habe ich Präsident und Vorstand dann wohl überzeugt (und die Tatsache, dass wir eine Organisation sind, die sich primär mit der gesellschaftlichen Verantwortung auseinandersetzt, hat sicher auch ihren Teil dazu beigetragen).

Ich gebe zu, lange Zeit habe ich mein Team bei meiner Planung im Dunkeln gelassen. Aus heutiger Sicht würde ich das sicher anders machen und früher auch schon intern über Pläne und Rahmenbedingungen informieren. Die so entstandene Verunsicherung war zwar nicht groß, aber doch relevant. Als wir uns endlich zusammengesetzt haben, um Details der Karenzzeit zu besprechen, sind schon einige Fragen aufgetaucht. Ganz oben auf der Liste: Wie klappt die (Unterstützung bei der) Entscheidungsfindung bzw. inhaltliches Feedback durch mich. Direkt gefolgt von: Was machen mit Anfragen die sich direkt an den Geschäftsführer richten nicht delegiert werden können (weil der/die Anfragende das nicht akzeptiert) oder weil es unseren internen Richtlinien (z.B. im Umgang mit Mitgliedern) widerspricht.

Diese Fragen sind noch nicht ganz beantwortet, schließlich bin ich erst ein Monat in Karenz. Aber mit den folgenden (alleine entwickelten, vom Vorstand verlangten und vom Team gewünschten) Rahmenbedingungen versuchen wir die offenen Punkte in den Griff zu bekommen. Die Väterkarenz Experts habe ich allerdings nicht bemüht, im Zuge dieser Vorbereitungsarbeiten (denn die habe ich zugegeben gerade erst im Internet entdeckt).

Rahmenbedingungen schaffen

Ich glaube (und lasse mir hier damit alles für Ergänzungen offen) das vorerst vier Punkte wesentlich umgesetzt werden mussten, damit die Karenz klappt:

  • Das Team stärken. Das ist wohl keine Philosophie die man von heute auf morgen einführt. Eigenverantwortung im Team ist mir wichtig, eine Einstellung die ich sicher zu einem Großteil meinem  letzten Chef (Fritz Hinterberger) zu verdanken habe. Und von großer Bedeutung, wenn es einmal darum geht, auch größere Entscheidungen im Rahmen der Projektleitungstätigkeit (von den alltäglichen spreche ich hier gar nicht) selbst zu treffen und zu verantworten. Was ich an dieser Stelle voraussetze: Offenheit für Neues, Flexibilität und unternehmerisches Denken. Mit diesen Einstellung und Kapazitäten unter den MitarbeiterInnen, kann eigentlich sowieso fast nichts mehr schief gehen.
  • Eine langfristige Vertretung schaffen. Im Jänner 2008 wurde meine Kollegin Daniela Knieling vom Vorstand zur Stellvertretenden Geschäftsführerin ernannt. Zuvor habe ich sie mit diesem Ziel zu uns geholt. Somit ist, wenn es hart-auf-hart kommt, in meiner Abwesenheit jemand da der Entscheidungen trifft (bzw. zu treffen hat). 
  • Delegieren von Aufgaben. Ganz ein schwerer Brocken, den ich allerdings schon seit längerer Zeit – nicht erst seit ich in Karenz bin – bearbeite. Das schwierigste daran: man sollte zwar im Auge (und Hirn) haben, was man delegiert – zwecks follow-up – jedoch sich davon verabschieden, überall die persönlichen Maßstäbe anzulegen. Jede und Jeder macht seine Arbeit eben anders. Solange die Qualitätskriterien der Organisation erfüllt sind, ist demnach alles bestens.
  • Reduzieren von Arbeit. Das ist ein ganz spannender Punkt, an dem ich gerade ganz aktiv arbeite. Welche (meiner) Tätigkeiten sind wirklich wesentlich für den Geschäftserfolg von respACT? Welche Meetings notwendig und welche entbehrlich? Welche Geschäftsreisen bringen substantiellen Input und Kontakte? Welche neuen, angefragten Kooperationen bringen uns wirklich weiter? Diese Reflexion ist gerade unheimlich lehrreich und wird einen fixen Platz in meinem persönlichen Management auch nach der Karenzzeit finden.

So, das war jetzt ein Einblick in mein “Tagesgeschäft der Karenz” – Stand nach dem ersten Monat. Wobei die Facetten der Gestaltung und Gestaltungsmöglichkeiten (bzw. eben der Abwesenheit derselben) sicher um ein vielfaches größer ist. Eine Studie aus dem Jahr 2003 gibt dazu einen recht Interessanten Überblick, etwas neueres habe ich bei meiner – zugegeben kurzen – Recherche nicht gefunden.

Written by Roman

April 3rd, 2009 at 7:29 am

Wem vertrauen wir?

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Das aktuellen Edelman Trustbarometer 2009 – auf das ich beim gerade laufenden WBCSD-Meeting aufmerksam geworden bin – hat einige interessante Ergebnisse parat, die ich hier kurz Anreißen möchte.

Eines kurz vorweg: Edelmann ist nicht unumstritten, trotzdem scheint mir das Trustbarometer, insbesondere weil es seit Jahren vergleichbar durchgeführt wird, immer einige gute Denkanstöße parat zu haben.

image Folgendes Ergebnis ist wahrscheinlich für die meisten unter uns nachzuvollziehen: Das Vertrauen in Unternehmen ist von 2007 auf 2008 deutlich gesunken. Finanz- und Wirtschaftskrise sei dank, betrifft das Unternehmen weltweit, obwohl ein Gefälle festzustellen ist: Die USA und Europa verlieren stärker, die Emerging Economies sind weniger betroffen. Für Unternehmen heißt das, es wird im kommenden Jahr mehr denn je darum gehen, zu versuchen Vertrauen von MitarbeiterInnen, Konsumenten, Geschäftspartner und Anspruchsgruppen wiederzugewinnen. In diesem Zusammenhang ist auch die Frage spannend: Wenn Sie eine Information von einem CEO erhalten, wie vertrauenswürdig schätzen Sie diese ein? Das Ergebnis: Ein deutlicher Rückgang  der Glaubwürdigkeit im Vergleich zu den Jahren davor.

imageFrage Nummer zwei die mir ins Auge gesprungen ist: Wie oft müssen Sie im Allgemeinen eine Information über ein Unternehmen hören, um zu glauben, dass diese der Wahrheit entspricht? Die Antwort: 3-5 Mal. Wenig überraschend, dass unterschiedliche Quellen und insbesondere unabhängige Stimmen (zum Beispiel NGOs) die Glaubwürdigkeit von Aussagen positiv beeinflussen. Ein deutliches Signal also in Richtung Unternehmen, auf Dialog und Transparenz zu setzen.

Was mich zu einer dritten Spannenden Aussage führt: Dem hohen Stellenwert,  den das Edelmann Trustbarometer Blogs zukommen lässt. Sind diese damit im Mainstream der Unternehmenskommunikation angekommen? Initiativen wie The Blog-Council, eine Weblog-Selbsthilfegruppe von Unternehmen, sind ein weiteres Zeichen dafür.

Aber ist dem wirklich so? Meiner Erfahrung nach, sind Blogs etwas ausgesprochen Individuelles! Die Besten (die ich lese), spiegeln die persönliche Meinung des Autors wieder – und gerade deshalb sind diese so lesenswert. Jene offiziellen Blogs, die ich von Unternehmen kenne, sind derzeit noch sehr (zu?) bemüht. Wäre es nicht die bessere Strategie für Unternehmen, die MitarbeiterInnen zu ermutigen – und Ihnen vielleicht sogar die Tools zur Verfügung zu stellen – eigene Blogs zu führen? Das würde diesen eine persönliche, authentische Stimme geben und Emotionen wecken. Und darum geht es schließlich bei guter Kommunikation. Der damit einhergehenden Kontrollverlust ist sicher der Hauptgrund, warum wir abseits der IT Branche noch wenig dieser Blogs sehen.

Um den Bogen zu schließen: Vieleicht wären gerade die CSR oder Nachhaltigkeitsbeauftragten – in der Regel immer auch an der Schnittstelle zu den Anspruchsgruppen des Unternehmens tätig – besonders geeignet, hier voran zu gehen. Ich sehe hier eine Möglichkeit, mit einfachen Mittel mehr Transparenz – und damit Glaubwürdigkeit – zu schaffen und den Dialog mit der Öffentlichkeit zu pflegen.

Written by Roman

March 19th, 2009 at 8:05 am

Zoom Zoom Zoom

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Ein etwas sinnentleerter Titel für meinen zweiten Blogeintrag. Aber nicht ohne Grund. Letzte Woche war ich mit meinem Sohn im ZOOM Kindermuseum in der Ausstellung “Ozean”. Und seit dem lässt mich eben dieses Museum bzw. was man dort alles umsetzen könnte nicht mehr los.

Warum? Dazu muss ich ein wenig ausholen.

Rund um das Thema Nachhaltigkeit beobachte ich seit einigen Jahren ein Phänomen: Jede Diskussionsveranstaltung bzw. Diskussion bei der es um die Schwierigkeiten von Umsetzung, Kommunikation, Verbreitung etc. von dem 3-Säulen-Konzept der Nachhaltigen Entwicklung geht endet über kurz oder lang im Bildungsbereich. Da sind sich dann meist alle TeilnehmerInnen einig, dass möglichst früh schon dieses Thema an Kinder und Jugendliche herangetragen werden muss, wenn wir mittel- bis langfristig einen Bewusstseinswandel – vielleicht sogar einem Wertewandel? – in Richtung sozial, ökologisch und ökonomisch erreichen wollen.

Die Umsetzung ist jedoch keine einfache Sache. “Bildung ist etwas zu tiefst konservatives” hat ein sehr geschätzter Kollege mir einmal gesagt, und damit erklärt sich, warum diese wichtigen Inhalte Großteils noch nicht den Weg in die österreichischen Lehrpläne gefunden haben. Doch es gibt sie, die Vorbildhaften Initiativen, die sich als Anlaufstelle für engagierte LehrerInnen dafür einsetzen, dass soziale- und Umweltthemen in die Lehre einfließen. Exemplarisch möchte ich an dieser Stelle das Forum Umweltbildung nennen, dass seit Jahren in diesem Bereich exzellente Arbeit leistet. Derzeit übrigens auch mit einer Veranstaltungsreihe zu Sustain 2.0: Nachhaltiger Konsum und Lebensstile im Web 2.0 (das nächste Mal schon am 18. März 2009).

Womit wir jetzt bei den Kleinsten angekommen sind – den Besuchern des Zoom Kindermuseums. Immerhin im Falle der Ausstellung “Ozean” ab 8 Monaten; die nächste Wechselausstellung “Erzähl mir was vom Tod” ist ab 6 Jahren. Und auch hier sollte es doch schon Möglichkeiten geben, das Thema Nachhaltigkeit zu vermitteln. Und dieser Gedanke lässt mich jetzt nicht mehr los. Eine Ausstellung “Die Umweltchecker” gab es auch schon einmal im Jahr 2007, aber es gäbe darüber hinaus eben so viele weitere Anknüpfungspunkte zu den sozialen und ökologischen, aber auch ökonomischen, Dimensionen von Nachhaltiger Entwicklung.

Kurz diskutiert habe ich diese ersten Ideen schon mit Barbara Liegl und Katrin Wladasch (ZARA) sowie Wolfgang Wimmer (Ecodesign Infoknoten). Beide Organisationen haben ja Themen, die sich auch für Kinder umsetzen und spannend aufbereiten lassen sollten. Soziale Herausforderungen wie Chancengleichheit, Diversity oder Antidiskreminierung einserseits und ökologische Fragestellungen wie Ressourcennutzung und Produktdesign – Stichwort From Cradle to Cradle – andererseits. Mit durchwegs positivem Feedback. Mal sehen, ob sich aus den ersten Ideen und Gesprächen im Netzwerk etwas entwickelt. Ideen und Unterstützung sind jedenfalls willkommen.

Eine Frage zum Abschluss: Überrascht irgendjemand die folgende Beobachtung der ersten Karenzwoche? Wo ich hinkomme, bin ich in der Regel der einzige Vater. Nur Morgens in der Krippe ist der Väteranteil deutlich höher. Vorerst eine Momentaufnahme, aber ich werde die “statistische Grundlage” laufend erweitern!

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Written by Roman

March 9th, 2009 at 10:40 pm

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Ich blogge, also bin ich!

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So, jetzt endlich auch ich. Schon Monate habe ich die Idee gewälzt, meine persönlichen Gedanken zu Job (vor allem zu den Themen CSR und Nachhaltige Entwicklung) sowie meinen Interessen (insbesondere neue Medien, soziale Netzwerke und die Tools dazu) in einem Blog niederzuschreiben – und somit zu fokussieren.

Doch weder das sehr gute e-book zum Thema von Linas Simonis, The New Rules of Business Blogs (2008), noch Ermunterungen von Hannes Offenbacher und Robert Lecker, konnten mich bisher dazu bewegen mit dem bloggen zu beginnen. Bis jetzt hatte ich mein Auskommen mit dem Micro-Blog-Dienst Twitter gefunden – 140 Zeichen ohne verpflichtende Regelmäßigkeit schien das richtige für mich.

Erst der Beginn meiner Teilzeit-Karenz (die bis zum Sommer Vollzeit wird) hat jetzt den letzten notwendigen Anstoß gegeben, diesen Blog zu starten. Das umfangreiche Feedback das ich erhalten habe, wenn ich von meiner geplanten Karenz erzählte, zeigte mir, dass es (scheinbar) wirklich für viele Menschen (Männer!) interessant ist, ein wenig mehr über die Umsetzung zu erfahren. Alleine über die Herausforderungen in der Vorbereitung – das Überzeugen des Vorstands und des Teams – musste ich inzwischen oftmals und intensiv berichten.

Was lernen wir daraus: Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist noch lange nicht den Köpfen angelangt – und zwar weder in denen der Chefs, aber auch nicht wirklich in jenen der Mitarbeiter (in diesem Fall meine ich nur die männliche Form). Und damit sind wir auch beim Thema meines Jobs – CSR – angelangt und so schließt sich der Kreis.

Was also darf der geneigte Leser erwarten:

  • Hands-on Berichte aus der Karenz: Wie die Umsetzung bei uns (zu Hause und im Büro) klappt oder eben auch nicht.
  • Nachhaltigkeitsthemen die mich bewegen: Aktuell im Tagesgeschäft oder in Medien und Literatur
  • Neue Technologien und was ich daran spannend finde, insbesondere in Bezug auf obige Themen.
  • Und natürlich Anekdoten von und mit meinem Sohn. Schließlich bin ich auch stolzer Vater.

Das muss jetzt für eine Einleitung reichen. Ich freue mich auf Feedback. Und wünsche gute Unterhaltung.

Noch ein Satz zum Titel dieses Eintrags: Das haben natürlich auch schon andere vor mir gesagt, zum Beispiel Medienwissenschaftler Geert Lovink in der Zeit vom 19. Dezember 2007.

Written by Roman

March 2nd, 2009 at 11:11 pm

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